16. August 2020

16. August 2020

Sonntag Nachmittag, fast alle Kisten sind gepackt und wir fragen uns, was wir mit der Zeit anfangen sollen.
Und kommen auf die Idee, dass Gerd mal die kyrillischen Buchstaben lernen könnte. «Ach,» sagt er, «ist doch egal, Russland hat eh die Grenze vorerst dicht gemacht.». «Nix da, in Bulgarien werden dich auch kyrillische Buchstaben erwarten!» antworte ich.

«Also gut, wie wird mein Name geschrieben?» Ich schreibe es ihm auf (wobei ich beim h nicht so sicher bin, ob das die Russen so schreiben würden) und er liest laut vor: «Tüpixapg».

Okay, wir müssen üben. Dann sage ich ihm, dass ein «b» ein «w» oder «v» ist, ein «g» ein «d» und ein «u» ein «i» und das «p» ist dann das «r» und das «y» selbstverständlich das «u». Und dann gäbe es noch lustige Buchstaben, die wir in der deutschen Sprache gar nicht haben und so weiter. Das Weichheitszeichen (mjagki snak?) hat es mir angetan, ihn interessiert es sowas von überhaupt nicht. Von lernen sind wir weit entfernt.

Und fragen uns, wie wohl so ein Durcheinander entstanden sein kann. Und vermuten, dass irgendwann jemand von der einen Welt in die andere Welt kam mit einer Liste von Buchstaben, die eben in der einen Welt schon genutzt wurden. Und dann hat er wahrscheinlich begeistert von der Verwendung der Buchstaben berichtet. Und auf der langen reise hat er leider vergessen, welcher Buchstabe für welchen Laut steht und hat sie munter einfach anders verwendet. Ach, und dann fehlen ein paar, musste also neue her. Irgendwie so war das ganz sicher.

Und jetzt ihr, weiss das jemand genau? Das ist doch ein riesiges Durcheinander.

Nachtrag: Ich hab schon ein Fehler entdeckt: чистая жизнь statt чистая жызнь. Hat er nicht gemerkt, zum Glück. Aber, ganz ehrlich, ich war auch nie die beste in dieser Russisch-Klasse. Da gab es wahrlich andere. 😂

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