20. März 2021

20. März 2021

Grosse Reise 🏍 Tag 200
Verlassene Bergdörfer gibt es hier viele. Es gibt keinen oder nur selten Strom und kaum fliessendes Wasser. Dann ziehen die Jungen raus in die Welt. Und die Daheimgebliebenen brauchen (evtl.) einen motorisierten Untersatz, um am Leben da draussen teilzunehmen.

Irgendwann ist das aber auch nicht mehr möglich, das Fahren des eigenen Autos die steinigen Bergwege hoch und runter. Die Kontakte werden weniger, die Versorgungsmöglichkeiten auch. Erst zieht eine Familie runter ins nächstgrössere Dorf oder gar in die Stadt, dann die nächste. So bleiben die Häuser verlassen stehen, die Natur holt sie sich Jahr für Jahr stückchenweise zurück. Erst fallen die Dächer ein, die Holzfenster verrotten. Der Putz bröckelt schon längst von den Wänden. Flora und Fauna übernehmen.

Und irgendwann dann, Jahre später, wandern wir hier vorbei, finden es rustikal und schön. Und vergessen dabei ein ums andere Mal, dass sich Familien bestimmt nicht immer voller Freude von diesen Plätzen verabschiedet haben.

Denn: diese Orte sind wunderschön. Voller Kraft und Energie. Nur eben «am Arsch der Welt». Nach einem Leben voller Arbeit will man, wenn es kalt ist, die Heizung andrehen oder einfach aus dem Hahn warmes Wasser haben. Verständlich, oder?

#verlassen #unddochsoschön #wanderliebe

 

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