26. November 2020

26. November 2020

Grosse Reise 🏍 Tag 84

Nachdem wir von so vielen Seiten angesprochen wurden, doch endlich mit diesen zauberhaften Bildern aufzuhören, das sei schliesslich gemein, wollen wir heute mal eine andere Seite zeigen. (Aber nur einen Post lang, danach gibt es wieder Hübsches, wir können/wollen nicht anders.)

Eine Seite, die es hier auch gibt. Zwischen den romantisch daherkommenden Blau-Weiss-Schönheiten stehen Ruinen. Nicht die antiken, nein, Bauruinen. Müll liegt an den Hauptstrassen zuhauf. Matratzen werden einfach an den Strassenrand geschmissen, angezündet und damit scheint das Müllproblem für die jeweilige Person gelöst.

Mülltrennung können wir nicht erkennen, geheizt wird mit Strom. Bioprodukte finden sich hier im Dorf nur ganz ganz wenige. Und die Bäume und Sträucher, von denen wir zum Teil auch Orangen, Zitronen, Tomaten und Feigen naschen, werden fast ausnahmslos gespritzt. Autos sehen spannend aus, TÜV scheinen die nicht mehr zu brauchen, der Rost hält sie zusammen.

Es fühlt sich merkwürdig an, diese Entspanntheit im Umgang mit kaputt & alt. Wir bewundern die Gelassenheit, sind teilweise irritiert (weil wir wieder einmal unseren Massstab anlegen – doof, versuchen aber gerade, uns den abzugewöhnen) und ganz oft versuchen wir nur das, was uns auf Reisen hilft: «Ach schau, das ist ja interessant, so machen die das hier!» statt zu bewerten, zu verurteilen. Wer sind wir, dass wir urteilen dürfen?

Alles in allem sehen wir mehrheitlich die schönen Dinge, einfach weil wir das wollen. Weil wir uns das angewöhnt haben. Und weil es uns gut tut.

#koroni

 

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