Iran – Esfahan & erste Eindrücke

Iran – Esfahan & erste Eindrücke

Esfahan (oder Isfahan, je nach Schreibweise) sei die Perle des Orients, sagt man. Wieder eine Perle des Orients. Wobei wir mittlerweile glauben, dass es wirklich viele Perlen gibt, die Städte sind wirklich wunderschön, sie zeichnen sich aus durch imposante Architektur, bezaubernde Farben, verschiedenste Mosaike und Ornamente und vor allem eine grosse Portion Exotik für unsere Augen.

Dabei ist Esfahan, obwohl ein Höhepunkt jeder Iran-Rreise, eher beschaulich. Auf dem Basar kaufen überwiegend Einheimische ein, auf den Strassen und in den wenigen Cafés finden wir kaum (eigentlich gar keine ausländischen) Touristen. Die Stadt ist sich selbst überlassen. Und für unser Empfinden viel ursprünglicher, was uns sehr gefällt.

Wir kommen also an einem Freitagmittag an und suchen uns einen Platz, wo wir ein paar Tage verbringen können. Die Idee ist, in ein Hostel zu gehen. Die Hostels hier erlauben uns, im Hof zu parken und auch in unserem Felix zu schlafen. Aber mit allen Annehmlichkeiten eines Hostels.

Die Sache hat nur einen Haken: Wir sind zu hoch für die Hosteleinfahrt. Also stehen wir einfach auf der Strasse vor der Tür und sind trotzdem Tagesgäste. Hier treffen wir zum ersten Mal ausländische Reisende, ein spanisches Paar und einen jungen Mann aus Kasachstan. Und verbringen wunderbare Stunden mit guten und tiefgründigen Gesprächen in dem wirklich süssen Café.

Eigentlich sollten wir die Stadt erkunden (eigentlich und sollten werden wir aus unserem Wortschatz verbannen!), aber wir sind nicht in der Stimmung. Am Samstagmorgen raffen wir uns dann doch auf und schlendern durch die Gassen der Kupferschmiede. Esfahan ist berühmt für seine Messingarbeiten, Miniaturmalereien und Minakari, die (meist) blauen Emaille-Arbeiten. Während wir durch die Gassen schlendern, hören wir aus den einzelnen Werkstätten das Klopfen und Schlagen der Werkzeuge oder das Zischen der Flammen.

leben pur

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Und plötzlich, wir haben natürlich wieder einmal die Orientierung in den Gassen verloren, stehen wir auf dem riesigen Platz, dem Meydan-e Naqsh-e Jahan. Ein rechteckiger Platz, umrahmt von zweistöckigen Gebäuden mit wunderschönen Arkaden, zwei Moscheen, dem Eingang zum Bazar, historisch wertvollen Häusern und so vielem mehr.

Hier werden wir zum ersten Mal im Iran wirklich von Verkäufern angesprochen. Direkt und intensiv. Wir haben das Gefühl, wenn wir unsere Herkunft verraten, vervielfachen sich die Preise der angebotenen Produkte schlagartig von selbst. (Dass wir nichts kaufen wollen, wird komplett ignoriert.) Wir überlegen uns eine Strategie, unsere Herkunft zu verschleiern und antworten fortan auf die Frage, woher wir kommen, «from Globalistan». Die entstehende Pause des Erstaunens und Nachdenkens nutzen wir für ein freundliches Lächeln und gehen weiter. Nur um dann dem nächsten Fragenden in die Arme zu laufen.

Eine Ausnahme machen wir allerdings: Wann immer Kinder, Jugendliche oder Schulklassen auf uns zukommen, nehmen wir uns Zeit und beantworten alle Fragen. Eine Lehrerin bedankt sich zum Beispiel und freut sich, dass ihre Schülerinnen endlich ihr mühsam gelerntes Englisch anwenden können. Also beantworten wir die einstudierten Interviewfragen nach Herkunft, Lieblingsessen, welche Stadt im Iran die schönste sei, ob wir regelmäßig Sport treiben (oh, danke, dass wir daran erinnert werden) und ob wir Kinder haben. Wie alt die seien und so weiter. Die Jugendlichen merken, wie toll es ist, in einer anderen Sprache zu kommunizieren und uns zu verstehen. Vielleicht können wir dazu beitragen, sie weiter zum Lernen zu motivieren.

Statt in die berühmte Imam-Moschee zu gehen (dafür wollen wir uns Zeit nehmen und in der Stimmung sein), folgen wir einer Empfehlung zweier junger Frauen und finden uns in einem gemütlichen Café am Rande des Platzes wieder. Da heute Freitag ist (wie unser Sonntag), ist die Stadt voller Menschen. Und wir sehnen uns nach etwas mehr Ruhe.

Die finden wir gleich danach auf dem Basar. Denn weil wir nach drei Wochen Iran immer noch nicht kapiert haben, dass die Geschäfte zwischen 14 und 17 Uhr schliessen, schlendern wir an verschlossenen Türen oder mit riesigen Tüchern verhängten Verkaufsständen vorbei. Zeit auch für uns, eine Pause einzulegen. Zum Abendessen zieht es uns dann doch noch einmal raus: Der wunderschön erleuchtete Platz ist einfach ein Genuss!

Und ganz klar: Wir freuen uns auf die Stadt in den nächsten Tagen.

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