Iran – Geburtstag feiern «en miniature»

Iran – Geburtstag feiern «en miniature»

Ja, wer auf Reisen ist, hat auch mal Geburtstag. Während wir uns zu Gerds Geburtstag einfach bei unserer Tochter auf den Weihnachtsmarkt eingeladen haben, feiern wir meinen diesmal ganz alleine. Also allein zu zweit.

Unsere französischen Reisebekanntschaften aus Khoy haben uns – eher nebenbei – eine Restaurantempfehlung gegeben. Und ich denke mir, das könnte genau der richtige Ort für ein kleines, gemütliches Festessen sein.

Gut, dass wir Google Maps haben. Denn sonst wären wir an diesem wirklich guten Restaurant vorbeigefahren. Schliesslich sind uns die persischen Schriftzeichen so fremd. Ob auf dem Schild Wäscherei, Restaurant oder Ölwechsel steht: Keine Ahnung, die Zeichen sind wunderschön, aber für uns voller Rätsel.

So sitzen wir ziemlich schnell in einer der mit dicken Perserteppichen ausgelegten Ess-Ecken in einem dschungel-ähnlichem Ambiente. Auf dem Boden natürlich. Wie immer. (Das ist übrigens etwas, was nicht unbedingt unser Fall ist, unsere Büro- und Autofahrer-Körper kennen und lieben nur Stuhl-Sitze, keine Schneider-Sitze). Woher wir kämen, werden wir gefragt. Ah, Schweiz, na dann: schon stellen sie eine Schweizer Flagge auf einen kleinen Beistelltisch direkt neben die iranische. Wir spüren eine Art Verbindung, die uns richtig guttut.

Diesmal freuen wir uns über die Fotos auf der Speisekarte. Normalerweise belächeln wir Restaurants mit Foto-Speisekarten, aber wir geloben Besserung. Wir bestellen von allem etwas. Als das Essen kommt, stellt man es vor uns hin und wir sind wieder einmal ratlos.

Gut, dass wir wirklich wie Touristen aussehen. Schnell eilt ein junger Kellner herbei, zeigt uns, dass wir erst eine Plastik-Tischdecke ausbreiten müssen, erst dann alles platzieren. Wir fangen an zu essen (wahrscheinlich auch falsch, aber egal.). In der Nachbar-«Kabine» sehe ich, wie sie immer alles in Brottaschen einrollen und wie Kebab oder Dürüm essen. Ich esse mit Gabel und Löffel, das liegt mir mehr. Und: Es schmeckt wieder einmal ausgezeichnet. Die Küche ist nebenbei bemerkt individueller als in der Türkei, weniger scharf, aber sehr viel mehr interessanter, was die Gewürze und Kräuter angeht.

Irgendwann zeigt Gerd dem Kellner etwas auf seinem Smartphone, wenig später erfahre ich, was dort stand: «Meine Frau hat heute Geburtstag, gibt es einen guten Nachtisch?». Der Kellner lächelt, verschwindet und stellt einen riesigen Plastikblumenstrauss auf unseren Tisch, der keiner ist. Ich selbst mag Geburtstage nicht so sehr, ich finde, ich habe nichts Besonderes dafür getan. Umso überraschter bin ich, als das ganze Restaurant mit einer persischen Maxi-Version von «Happy Birthday» beschallt wird, die Kellner alle vorbeikommen, klatschen und uns Dessert und Tee servieren.

Ich wäre am liebsten unter den Teppich gekrochen, meine Güte, alle schauten mich an. Das ist ja gar nicht meins.

Aber irgendwann ist auch der Nachtisch, der ziemlich zuckerig war, aufgegessen, die letzte Kanne Tee ausgetrunken und weiter geht’s. Zum nächsten Abenteuer: Tabriz, die Stadt der Teppiche und des grössten überdachten Basars der Welt.

Ach so, falls die Frage nach dem Geschenk kommt: Das habe ich mir schon in Antakya gekauft: einen kleinen gehämmerten Kochtopf mit langem Stiel für türkischen Kaffee. Und der ist seitdem täglich im Einsatz.

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur


Merci fürs «Mitreisen»

Wir reisen in diesen Wochen durch Iran. Möglicherweise werden wir Beiträge nicht oder verspätet schreiben. Wir müssen erst einmal schauen, ob wir genügend Internet oder Empfang haben und ob es für uns passt, aus dem Land zu veröffentlichen. Und ob wir es überhaupt schaffen, all die fantastischen Eindrücke zeitig zu notieren.

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