Iran – Ruhe am Urmia-Salzsee

Iran – Ruhe am Urmia-Salzsee

Wir verabschieden uns von Erfan. Nun sind wir gut ausgerüstet mit allem, was wir für den Iran brauchen, sagen ein letztes Mal «Kheyli mamnoun» und verlassen die Stadt.

Zuerst müssen wir tanken. Das wird wieder ein Abenteuer. Denn Diesel gibt es eigentlich nicht für Ausländer. Aber die LKW-Fahrer haben Tankkarten, die sie für sich nutzen können. Und, wenn wir nett fragen, auch für uns. Also tanken wir und zahlen für 14 Liter etwa 1.40 CHF (oder 1,50 €). Wasser ist hier also teurer als Diesel. Das wussten wir schon, aber ob es wirklich klappt, dass wir eine Tankstelle finden, wo wir Diesel von einem Lastwagenfahrer bekommen, das war die Herausforderung.

Wieder vollgetankt (O-Ton Erfan: «Tankt, bevor ihr halb leer seid! Und tankt morgens, da haben die LKW-Fahrer noch was auf der Karte!») rollen wir zu unserem ersten Naturschauspiel. Der Urmia-See ist riesig, etwa drei- bis viermal so gross wie der Bodensee. Es ist bitterkalt, wir sind im iranischen Hochland. Aber die Natur ist einfach umwerfend. Der Wind pfeift und vom See ist einfach nichts zu sehen.

Klar, es ist ein fast ausgetrockneter Salzsee. Einst war er der grösste See im Nahen Osten und mit einer Fläche von rund 5.200 Quadratkilometern der sechstgrösste Salzsee der Welt. In den letzten Jahrzehnten hat der See jedoch aufgrund einer Kombination aus anhaltender Trockenheit, Klimawandel und der Entnahme von Zuflusswasser für landwirtschaftliche Bewässerungsprojekte dramatisch an Grösse verloren.

Der See ist von grosser ökologischer Bedeutung, da er Lebensraum für viele einzigartige Arten ist, darunter mehrere endemische Salzkrebsarten. Ausserdem ist er ein wichtiger Rastplatz für viele Zugvogelarten. Die Absenkung des Wasserspiegels hat jedoch zu einer erhöhten Salzkonzentration geführt, die das ökologische Gleichgewicht des Sees und seiner Umgebung gefährdet.

Es wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um den Urmia-See zu retten, darunter Pläne zur Umleitung von Wasser aus benachbarten Flüssen und zur Reduzierung des Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft. Trotz dieser Bemühungen bleibt die Zukunft des Sees ungewiss.

So finden wir den Weg zum See, stellen uns einfach irgendwo hin und machen uns einen gemütlichen Abend. Ein paar Seebesucher fahren an uns vorbei, ein paar Jugendliche mit ihren aufgepimpten Autos kurven über den Salzsee. Wir mit unserem schweren Haus auf Rädern bleiben lieber auf festem, sicherem Boden. Und das ist gut so.

Denn wenig später wird Gerd einem jungen Pärchen helfen, ihr Auto aus dem Sand-Salz-Gemisch zu schieben. Noch einmal Glück gehabt, die beiden. Aber sie haben auch einen kleinen Flitzer, keinen etwas überladenen 3,5-Tonnen-Felix.

Wir lassen die Sonne hinter den imposanten Felsen unter- und am Morgen wieder aufgehen, wandern entlang der Salzkante, spazieren über den See und geniessen die Ruhe hier. Der See glitzert und schimmert mal grünlich, mal rosa. Am Morgen ist er dann schneeweiss.

leben pur

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Merci fürs «Mitreisen»

Wir reisen in diesen Wochen durch Iran. Möglicherweise werden wir Beiträge nicht oder verspätet schreiben. Wir müssen erst einmal schauen, ob wir genügend Internet oder Empfang haben und ob es für uns passt, aus dem Land zu veröffentlichen. Und ob wir es überhaupt schaffen, all die fantastischen Eindrücke zeitig zu notieren.

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