Iran – Unser allererster Eindruck

Iran – Unser allererster Eindruck

Über Facebook lernen wir Erfan kennen. Er fragt, ob er uns irgendwie helfen kann. Wir dürfen Fragen stellen und bekommen viele Antworten. Hilfe, die wir gut gebrauchen können.

Dass er uns dann an der Grenze abholt, damit haben wir nicht gerechnet. Freuen uns jedoch sehr. So rollen wir mit ihm an der Seite durch den chaotischen Grenzverkehr, er meint dann mutig, Gerd solle doch mal hupen, nicht immer auf die anderen warten. Na wunderbar, kaum 10 Minuten im Iran, schon wird Gerd zum Verkehrs-Rowdy erzogen.

Die 40 Kilometer (oder waren es 60?) bis Khoy sind holprig und teilweise sehr schlecht. Aber, so erfahren wir, es sei eine gute Strasse. Also justieren wir unseren Strassen-Qualitäts-Messometer etwas nach unten. Und schon ist es auch für uns eine gute Strasse.

Auf halber Strecke lädt uns Erfan zu frischem Brot ein. Das heisst hier Nân und ist eher ein Fladenbrot. Es kommt frisch aus dem Ofen und wir dürfen schon in der Backstube naschen. Und sogar fotografieren. Und ja, hier macht Mann auch gerne Selfies. Meistens nur mit Gerd (der Selfies eigentlich hasst und ich ihn immer überreden muss). Ich bin gar nicht traurig darüber, fühle mich mit meinem schwungvoll übergeworfenen Tuch noch nicht ganz so fotogen.

In Khoy angekommen merken wir – und sind gar nicht traurig drum – dass heute Sonntag ist. Also Freitag. Okay, ich muss erklären: im Iran ist der Freitag der Sonntag und der Samstag ist sozusagen der Wochenanfang. Die Stadt ist völlig still. Wir schlendern über den Basar, vorbei an verschlossenen Türen und durch leere Gänge.

Und wir haben Glück: Der Simkartenladen hat geöffnet. Schnell 300 GB Internet besorgt (das sollte erstmal reichen) und mit Erfan einen Tee getrunken. Da alle Teeläden geschlossen haben, laden wir ihn zu uns ein. Und kochen seit langem mal wieder Schweizer Bergkräuter-Tee, unser heimliches Getränk für Heimwehmomente. Heute ist es eher ein Freundschaftstrunk.

leben pur

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leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

leben pur

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Der nächste Morgen ist sonnig, kalt und vor allem: voller Pläne. Wir müssen Geld tauschen (und werden gleich mehrfache Millionäre), lernen zwei verschiedene iranische Währungen mit unterschiedlichen Kursen kennen, bekommen unsere Kreditkarte, die wir von nun an freudig benutzen und lernen das erste iranische Streetfood lieben.

Meine Güte, der Basar ist traumhaft. Allein die Stoffmengen! Ich könnte unseren Felix mit Stoffen füllen. Nur leider habe ich meine Nähmaschine zu Hause gelassen und die vielen Glitzerstoffe passen nicht zu meinem normalen Camper-Style. Sagt Gerd.

Tee trinkt man hier ganz anders als in der Türkei, man nimmt ein ganzes Stück Würfelzucker in den Mund und lässt dann den Tee in den Mund plämpern. So schmilzt der Zucker im Mund. Ich erinnere mich noch gut an die Verbote meiner Mama, doch keinen Würfelzucker in den Mund zu nehmen. Und muss schmunzeln. Was bin ich doch für eine Rebellin geworden!

Wir probieren auch eine Mischung aus Zuckerrüben und Roter Bete, die im eigenen Sud gekocht wird, bis sie ganz weich und supersüss ist. Ein Strassen-Dessert der Extraklasse.

Der Basar von Khoy ist wohl ein Vorgeschmack auf den grössten und bekanntesten des Landes in Tabris. Aber auch hier werden Teppiche in Massen gewebt, gespannt, rasiert und verkauft. Was uns hier so gut gefällt, ist die Ruhe des Bazars. Gut, es wuselt, aber man lässt uns in Ruhe. Im Vergleich zu Tunesien im letzten Winter ist es wirklich ein entspanntes Schlendern durch die Gassen. Okay, alle Blicke richten sich auf uns, wir sind einfach zu gross (ich meine natürlich zu lang) für die hier an kleinere Menschen gewohnten Blicke. Wir werden angelächelt, vor allem die Augen der jungen Frauen strahlen, wenn sich unsere Frauenblicke treffen.

So tauchen wir schon am zweiten Tag ein in Farben, Mosaike, Gerüche, Gewürze und in die wunderbar freundliche Art der Iranerinnen und Iraner.

leben pur

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Merci fürs «Mitreisen»

Wir reisen in diesen Wochen durch Iran. Möglicherweise werden wir Beiträge nicht oder verspätet schreiben. Wir müssen erst einmal schauen, ob wir genügend Internet oder Empfang haben und ob es für uns passt, aus dem Land zu veröffentlichen. Und ob wir es überhaupt schaffen, all die fantastischen Eindrücke zeitig zu notieren.

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