Tunesien – Nabeul und die Medina

Nabeul und die Medina

Medina bedeutet eigentlich nichts anderes als Altstadt. Und diese beherbergen neben Wohngebäuden auch immer Märkte, Shops, kleine Läden und viel lebhaftes Treiben.

In Nabeul gibt es auch eine Medina, die wir nach einem 30-minütigen Fussmarsch entlang der staubigen und sehr lauten Hauptstrasse erreichen. 

Nabeul selbst ist das Zentrum der Töpferei, allüberall begegnen uns wunderschöne Töpfer-Waren. Einziges Problem: wir können nichts mitnehmen, unser resp. Felix‘ Maximalgewicht ist eh schon grenzwertig.

Kaum durchschreiten wir das Medina-Tor – und wir sind wieder einmal die einzigen Ausländer – «fällt» man über uns her: «Madame, schöne Tasche!», «Madame, schöne Schuhe!» (mit sehr abschätzigem Blick auf meine staubigen Barfussschuhe) und natürlich auch «Madame, gute Kräuter!».

Madame scheint hier die Macht zum Shoppen zu haben, der Herr wird komplett ignoriert. Einzig Madame ist völlig überfordert, will «nur mal schauen» und der Herr kümmert sich bravourös um das «Merci» und «nein danke!» und zieht mich weiter. 

Irgendwann tappen wir dann doch in die Falle: ein junger Mann spricht uns an, freut sich sichtlich, dass er uns erkannt hat. Ob wir ihn nicht erkennen würden? Er wäre der Koch aus dem Hotel. (Hotel? Wir sind eigentlich auf dem Campingplatz, aber nunja.) 

Wir erliegen seinem Rede- und Charme-Schwall und lassen uns mitziehen. Erst zu seinem Bruder in ein Goldgeschäft «Nein, danke, wir wollen wirklich keinen Schmuck kaufen!» und wenig später zu seiner Schwester, die im übernächsten Laden Teppiche, die schönsten hier, versteht sich, knüpft. 

Hier erfahren wir eine Menge über das Knüpfen, es ist eine unfassbare Fleissarbeit und ich darf einen Knoten knüpfen. Das dauert eine Weile, und während wir erfahren, dass Frau etwa 2 Monate für einen Quadratmeter braucht, lacht der Herr des Hauses und meint, ich müsse bei dem Tempo wohl ein Jahr bleiben, um das Ding fertig zu bekommen.

Im Stillen nehme ich mir vor, nicht mehr über meine unfertigen Pullover-Ärmel meines aktuellen Strickprojekts zu jammern. 

Auch hier schafft es Gerd mit seiner stoischen Ruhe und Bestimmtheit (die mich ja manchmal zur Weissglut bringt) uns aus dem Teppichladen ohne den Kauf eines Teppichs in die Medina zu entlassen. Und das ganze ohne unfreundlich zu sein und die Gastfreundschaft zu verletzen.

Wenig später tauchen wir in die «alte» Medina ein, hier trinken wir maurischen Kaffee und frischgepressten Orangensaft. Der Besitzer des Cafés zeigt uns stolz, dass hier schon in dritter Generation Kaffee serviert wird, er zeigt auf vergilbte Fotos seines Grossvaters und Vaters. Auch hier sind wir die einzigen ausländischen Gäste, die Herren und Damen, die hier die Zeit verbringen, scheinen mit dem Interieur verwachsen zu sein. Hier wird geplaudert, geraucht (hier wird in allen Restaurants und Cafés geraucht!) und viel frischer Minze-Tee oder «Café Arabe» getrunken. 

Irgendwann gegen Nachmittag, wir kommen müde bei unserem Felix an, zieht es mich in den Südflügel: Die Eindrücke, der Staub, die Lautstärke und die «ganz andere Welt» fordern ihren Tribut: es folgt eine mehrstündige Mittagsschlafs-Pause.

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