Okt 03, 2018 @ 19:32

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. • • • Gestern passierte es wieder, dieses unvorhersehbare, unplanbare: Mitten im Nirgendwo, nach etlichen Kilometern auf den Bikes, nach unzähligen Schlaglöchern und Rappelpisten-Abschnitten: Das Geschenk des Tages, Ich wurde eingeladen, am Unterricht einer Grundschule teilzunehmen. Eigentlich wollte ich mir nur die Füsse vertreten. Den Hintern etwas Erholung gönnen und eines der Wässerchen am Strassenrand trinken. Und dann das: Ein Mann zeigt mir, ich dolle dahinten in das Haus gehen, er deutet mit seinen Händen an, dass dort geschrieben wird. Ich trete ein und sehe strahlende Gesichter. Lachende, quirlige Kinder. Alle rufen „Sabaidee!“ Ich falte meine Hände vor dem Kinn, nicke und begrüsse alle ebenso mit „Sabeidee!“ Unsere Herzen treffen sich. Irgendwie geht das mit lächelnden Augen. Die Lehrerin bittet mich herein. Die Kids rücken zusammen und die Lehrerin stahlt. Irgendwie bin ich wohl in den Gesangsunterricht geraten. Denn nun fangen die Kinder an zu singen. Ich habe das Gefühl, sie singen mir etwas vor. Ich könnte platzen vor Glück. Es ist ähnlich wie bei uns: die Mädels singen alle mit Händen und Füssen (Ich erkenne nur ab und zu das Wort Sabeidee, was soviel wie guten Tag heisst und die Jungs bewegen mehrheitlich die Lippen, ohne das ein Ton heraus kommt. Sie schauen eher. Beobachten meine Kamera, die ich versuche zu verstecken. Ich möchte den Moment nicht zerstören. Wir können uns nicht verständigen, keiner spricht eine meiner Sprachen, ich nicht ihre. Aber eine Sprache verstehen wir alle: Das Lächeln. Nach einer Weile des kleinen Glückes darf ich weitergehen, in den nächsten Klassenraum. Auch hier das Gleiche, obwohl die Kids hier älter scheinen. Sie rechnen gerade. Der Lehrer ist sehr freundlich, ich merke jedoch, dass ich seinen Unterricht störe. Die Kids schauen eher zu mir als zu ihm. Ich verabschiede mich von ihnen und lass den Lehrer mit der quirligen Bande alleine. Noch ein Blick ins Musikzimmer und auch dann hier ein Dankeschön auf Lao „khokhobchai lailai“ und ich bin raus. • • • Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in Europas Schulen so viele strahlende Kinder gesehen habe.

Wo? Hier: Muang Ngoi, Louangphabang, Laos

View this post on Instagram

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. • • • Gestern passierte es wieder, dieses unvorhersehbare, unplanbare: Mitten im Nirgendwo, nach etlichen Kilometern auf den Bikes, nach unzähligen Schlaglöchern und Rappelpisten-Abschnitten: Das Geschenk des Tages, Ich wurde eingeladen, am Unterricht einer Grundschule teilzunehmen. Eigentlich wollte ich mir nur die Füsse vertreten. Den Hintern etwas Erholung gönnen und eines der Wässerchen am Strassenrand trinken. Und dann das: Ein Mann zeigt mir, ich dolle dahinten in das Haus gehen, er deutet mit seinen Händen an, dass dort geschrieben wird. Ich trete ein und sehe strahlende Gesichter. Lachende, quirlige Kinder. Alle rufen „Sabaidee!“ Ich falte meine Hände vor dem Kinn, nicke und begrüsse alle ebenso mit „Sabeidee!“ Unsere Herzen treffen sich. Irgendwie geht das mit lächelnden Augen. Die Lehrerin bittet mich herein. Die Kids rücken zusammen und die Lehrerin stahlt. Irgendwie bin ich wohl in den Gesangsunterricht geraten. Denn nun fangen die Kinder an zu singen. Ich habe das Gefühl, sie singen mir etwas vor. Ich könnte platzen vor Glück. Es ist ähnlich wie bei uns: die Mädels singen alle mit Händen und Füssen (Ich erkenne nur ab und zu das Wort Sabeidee, was soviel wie guten Tag heisst und die Jungs bewegen mehrheitlich die Lippen, ohne das ein Ton heraus kommt. Sie schauen eher. Beobachten meine Kamera, die ich versuche zu verstecken. Ich möchte den Moment nicht zerstören. Wir können uns nicht verständigen, keiner spricht eine meiner Sprachen, ich nicht ihre. Aber eine Sprache verstehen wir alle: Das Lächeln. Nach einer Weile des kleinen Glückes darf ich weitergehen, in den nächsten Klassenraum. Auch hier das Gleiche, obwohl die Kids hier älter scheinen. Sie rechnen gerade. Der Lehrer ist sehr freundlich, ich merke jedoch, dass ich seinen Unterricht störe. Die Kids schauen eher zu mir als zu ihm. Ich verabschiede mich von ihnen und lass den Lehrer mit der quirligen Bande alleine. Noch ein Blick ins Musikzimmer und auch dann hier ein Dankeschön auf Lao „khokhobchai lailai“ und ich bin raus. • • • Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in Europas Schulen so viele strahlende Kinder gesehen habe.

A post shared by Leben Pur! by Heike Burch (@leben.pur) on

Comments 1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.