Schweiz – Berninapass

Schweiz – Berninapass

Ich erinnere mich noch gut an die Freude, die ich meiner Freundin im Herbst machte, als wir auf dem Nufenen- und Simplonpass schliefen. Hier & hier nachzulesen.

Nie werde ich ihr strahlendes Gesicht vergessen, wenn sie abends die Sterne am Himmel zählte und morgens wie ein Gämseli um den kleinen Bergsee hüpfte. Die Nächte hoch oben in den Bergen sind immer etwas Besonderes. In absoluter Stille einzuschlafen und mit der Sonne aufzuwachen, die die Berge bescheint, ist einfach grandios.

Auch dieses Mal versuche ich, uns ein solches Erlebnis zu ermöglichen. Wir fahren den Berninapass hinauf, oben im Ospizio, wie die Passherbergen auch genannt werden, fragen wir, ob wir hier bleiben dürfen. «Klar, ihr müsst nur die normale Parkgebühr bezahlen!» Wir kramen die letzten Münzen zusammen (hier ist tatsächlich der einzige Parkautomat, der ohne meine geliebte easy-Park-App funktioniert) und sind bereit für den Abend und die Nacht.

Die Aussicht ist grandios, postkartenreif schlängelt sich die Tschu-tschu-Bahn der Rhätischen Bahn am Lago Bianco, dem weißen See, vorbei. Wenn das kein cooler Spot ist. Wir sitzen windgeschützt in unserem Felix, machen zVieri-Pause und freuen uns über unsere Idee, hier in dieser Gegend Ferien zu machen.

Entweder man steht abseits und hat seine Ruhe. Oder an richtig tollen, meist touristischen Orten. Diesmal – und das ist in der Schweiz öfter der Fall – sind die richtig tollen Orte tagsüber eben touristisch. So halten ständig Reisebusse neben uns. Erika-Reisen, Freundlich-Reisen, Alpen-Reisen und Travel-Spass, um nur ein paar schöne Namen der Reisebusse zu nennen. Meistens läuft das so ab: Tür geht auf, viele Leute steigen aus, rennen mit gezückten Handys an den Rand der Aussichtsplattform (und unseren Parkplatz), knipsen, Berge, Zügli, See und dann wieder sich selbst inklusive Berge, Zügli, See. Kaum fünf Minuten später stürmen alle wieder in den Bus und schon geht es weiter mit Erika-, Freundlich- oder Alpenreisen!

Ich, wohl schon etwas abgebrüht von solchen Ereignissen, lächle milde. Meine liebe Freundin lacht schallend, so etwas in dieser Masse hat sie noch nicht erlebt. Mitten im Geschehen mit offener Schiebetür zu sitzen und völlig ignoriert zu werden, ist schon eine lustige Erfahrung.

Verwunderung macht sich in uns breit. Ist das schön? Will ich so reisen? Und tief in mir spüre ich Bewunderung: Jedes Alter hat seine Art zu reisen. Im Moment wollen wir vielleicht nicht so reisen. Aber später, wenn wir nicht mehr selbst fahren können, warum nicht? Nette Leute, vielleicht viele Informationen vom Reiseleiter und mit Chauffeur? Ja, das könnte mir gefallen, später, irgendwann. Jetzt noch nicht.

Während ich es mir gemütlich mache und mit unserer Tochter telefonisch Pläne für den Herbst schmiede (Grosses steht an!), geht meine Freundin «nur kurz um den See»! In sonniger Laune verlässt sie Felix, bei Sturm, Hagel und Regen kommt sie in Regenkleidung und mit sich biegendem Schirm zwei Stunden später zurück. Vorsichtshalber habe ich die Heizung eingeschaltet, die Wetter- und Temperaturvorhersage für die Nacht zeigt etwas um die 2° Celsius und Regen.

Ich glaube, das mit der Heizung war eine gute Idee! Regula wärmt sich auf, wir kochen etwas Schönes, plaudern in die Nacht hinein und irgendwann müssen wir Felix sogar noch einmal umparken, damit er windschnittiger steht. Es hilft alles nichts, wir werden durchgeschüttelt und die Nacht wird nicht wirklich ruhig. Aber, so haben wir es uns vorgenommen, meine liebe Freundin soll die ganze Bandbreite von Vanlife kennenlernen. Nicht nur die süsse Seite!

Der Morgen dagegen ist ruhig und sonnig. Gegen 9 Uhr kommen die ersten Pass-Touristen. Da sind wir längst wach und fit für die Weiterfahrt!

leben pur

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leben pur

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Merci fürs «Mitreisen»

Wir reisen in diesen Wochen durch Iran. Möglicherweise werden wir Beiträge nicht oder verspätet schreiben. Wir müssen erst einmal schauen, ob wir genügend Internet oder Empfang haben und ob es für uns passt, aus dem Land zu veröffentlichen. Und ob wir es überhaupt schaffen, all die fantastischen Eindrücke zeitig zu notieren.

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