Türkei – Durchs Gebirge nach Van, ein Einkaufsbummel und weiter zur Grenze.

Türkei – Durchs Gebirge nach Van, ein Einkaufsbummel und weiter zur Grenze.

Die Kilometer fühlen sich gut an, die Strasse ist glatt und vor allem leer. Die Sonne scheint und der Schnee glitzert. Schon am Botan werden wir gewarnt: Van liegt unter einer dicken Schneedecke und wir sollen aufpassen, dass wir nicht stecken bleiben.

Nun, da haben sie wohl die alten Nachrichten gehört, wir haben freie Fahrt und einen traumhaften Fahrtag. In der Türkei tanken wir noch einmal Wasser (die Quelle war sogar warm, aber der Wind war eisig. Für Van sind -7° Celsius vorhergesagt, für Kapikoy, die Grenzstadt, sogar -13°).

Am Vansee, der ein ganz besonderes Sodawasser hat und deshalb kaum Tiere und Pflanzen beherbergt, finden wir einen schönen Platz im Hafen. Der natürlich leer ist. Als wir uns gerade eingerichtet haben, stellen wir fest, dass wir direkt an einem Rangiergleis stehen. Richtig, hier fährt ein Zug über den Vansee. Der Transasia-Express, der von Ankara durch die ganze Türkei bis nach Teheran im Iran fährt, wird über den Vansee verschifft. Eigentlich ein Spektakel, wenn man nicht direkt daneben schlafen will. Mit diesem Zug, so denken wir, werden wir einmal reisen.

Am Morgen spazieren wir durch den menschenleeren, schneeglitzernden Freizeit-Park, schauen auf den See und freuen uns schon auf morgen. Morgen werden wir die Grenze zu Iran überqueren.

Neben uns steht ein anderer Camper (was wirklich selten ist, zwei Camper auf einem Fleck!) und wir kommen ins Gespräch. Sie kommen gerade von der Seidenstrasse, ja, sie waren auch in Iran. Sie versorgen uns mit den neuesten Informationen, geben uns die aktuellen Wechselkurse und zum Schluss sogar noch ihre iranische SIM-Karte, die sie jetzt nicht mehr brauchen. Gute Reise und «Iran wird euch gefallen!» rufen sie uns hinterher. Danke, ihr wunderbaren Menschen.

Ich muss noch kurz in ein Wollgeschäft. Als ich eintrete, denke ich eigentlich, dass es ein Haushaltswarengeschäft ist. Nein, nein, ich solle bitte nach oben gehen, da gäbe es viel Wolle. Ich betrete ein riesiges Paradies.

Als ich nach einer bestimmten Wolle frage und mein allerletztes winziges Wollknäuel zeige, macht der Herr des Hauses ein Foto, schickt es irgendwohin, telefoniert und nimmt mich mit. Noch ein Stockwerk höher. Dann über den Flur. In eine Wohnung, quer durchs Wohnzimmer, dann zwei Stockwerke tiefer (ich habe mich schon verlaufen und kein Handy dabei, weder zur Orientierung noch zum Fotografieren, schade). Dort treffen wir eine junge Frau, an ihrem weiten Rock hängt ein dicker Schlüsselbund, wir gehen in den Keller. Dort ist es stockdunkel, wieder wird jemand angerufen. Ich höre nur «Telefon» und da fällt auch dem Herrn ein, dass er eine Taschenlampe am Smartphone hat. Schnell ist eine verrostete Kellertür geöffnet und der Lichtschalter gefunden.

Und ich stehe in einem absoluten Traum: ein riesiger Lagerraum nur mit Wolle! «Kann ich hier bitte einziehen?» schiesst es mir durch den Kopf. Im absoluten Chaos voller Wollpakete geht die junge Frau zu einem Stapel, zieht zielsicher die etwa achte Reihe von oben heraus und hat tatsächlich genau meine Wolle, in genau meinem Farbton! Gibt es so etwas?

Ich nicke, nehme ein paar Knäuel, bezahle und bekomme noch zwei Tassen Tee, eine Schale Bonbons und eine Packung Kekse mit ins Wohnmobil.

Ich will einfach nur Wolle kaufen und komme mit einem Erlebnis nach Hause. Das können sie hier: Erlebnis-Shopping!

Der Weg zur Grenze ist nicht mehr weit. Bei strahlendem Sonnenschein verabschiedet sich die Türkei von uns. Fast einsam gleiten wir durch eine verschneite Märchenwelt. Unsere Herzen klopfen vor Aufregung und wir lernen die ersten Worte Persisch.

روز به خیر
با تشکر

خیلی خوب

können wir jetzt schon. Nur lesen, nein, das geht nicht. Und ich glaube auch, dass man das jetzt von rechts nach links schreiben (und lesen?) würde…

Gerd denkt sich merkwürdige Eselsbrücken für die Zahlen aus. Und ich überlege, ob ich mir besser gleich die Zahlen merke, statt dann auf einem Markt mit verknoteten Fingern nach irgendeiner Eselsbrücke zu suchen.

leben pur

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Merci fürs «Mitreisen»

Wir reisen in diesen Wochen durch Iran. Möglicherweise werden wir Beiträge nicht oder verspätet schreiben. Wir müssen erst einmal schauen, ob wir genügend Internet oder Empfang haben und ob es für uns passt, aus dem Land zu veröffentlichen. Und ob wir es überhaupt schaffen, all die fantastischen Eindrücke zeitig zu notieren.

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