Tunesien – Eine riesige Kamel-Herde und wir mittendrin

Tunesien – Eine riesige Kamel-Herde und wir mittendrin

Unser Navi zeigt eine Schotterpiste an. Wir sind etwas zwiegespalten, ob wir 50 Kilometer holterdiepolter fahren wollen.

Gut, dass unser Navi alte Informationen hat und die Piste sich als schöne schmale Asphalt-Piste entpuppt und wir somit die Abkürzung in die Berge nehmen können.

Wir sind die Einzigen weit und breit. Kein Gegenverkehr, kein Überholverkehr. Nach einem aufregenden Wandertag eine Wohltat. In uns versuchen sich die Erinnerungen der verschiedenen Canyons zu sortieren und gleichzeitig überlegen wir, wo wir heute Abend schlafen könnten.

Plötzlich ruft Gerd «Schau mal dahinten, sind das Kamele?» Gute Frage, denn es handelt sich um eine grosse Herde grosser Tiere, die mit dem Kamel-farbigen Hintergrund in der Abendsonne verschmelzen.

Wir rollen langsam heran, überholen sie und tatsächlich: eine riesige Kamelherde. In Anbetracht der entspannten Verkehrssituation hält Gerd einfach auf der Strasse an, schaltet den Motor ab und wir stehen in absoluter Stille mitten in der Herde. 

Nun sind sie es, die uns überholen. Links und rechts von Felix schleichen sie vorbei. Wir können uns gar nicht sattsehen. 

Kamele sind Schwielensohler, das heisst, die haben voll die fetten und federnden Schwielen als Sohle. Die Schwielen an den Füssen sorgen dafür, dass das Gewicht der Tiere auf dem losen Sandboden verteilt wird und sie nicht einsinken. Ausserdem kommt die Hitze des heissen Wüstensandes da nicht durch. Und, was wir jetzt hören (oder eben nicht hören), sie laufen unfassbar leise an uns vorbei.

Wir entdecken kleine Kamelkinder und sogar, was wir irgendwie nicht wussten, Kamele in allen möglichen Farben von ganz hell bis dunkelbraun. 

Die Wüste hier hat ihren ganz eigenen Zauber, der besonders durch die Ruhe und Stille verstärkt wird. Der Passgang der Kamele ist irgendwie speziell, das Wort «Wüstenschiff» verstehen wir nun viel besser. Es muss beim Reiten da oben ziemlich schaukeln. (Da wir ja nicht auf allerlei Tieren reiten, schaukelt also auch nichts.)

Wir stehen da, lassen sie an uns vorbeigehen und sind absolut ergriffen. Dass wir das erleben dürfen, macht uns sprachlos, dankbar, demütig. 

Später im Auto lese ich dann vor: «Anders als viele glauben, speichern Kamele in ihren Höckern kein Wasser, sondern bis zu 200 Kilogramm Fett und Bindegewebe. Das Fett kann in einem komplizierten Stoffwechselprozess mithilfe von Sauerstoff in Wasser umgewandelt werden – indirekt dienen sie also doch als Wasserspeicher. Bei kühlem Wetter und wenn sie saftige, wasserhaltige Nahrung zu sich nehmen, können Kamele wochenlang ohne zusätzliches Wasser auskommen. Ausserdem schützt der Höcker den Körper vor der Sonne, indem er die Wärme absorbiert.» (Quelle: www.kindernetz.de)

Was für ein wunderschönes Geschenk auf unserer Reise durch Tunesien. 

PS.: Wir sehen hier in Tunesien ausschliesslich Dromedare, die einhöckrigen Kamele. Die zweihöckrigen nennt man Trampeltiere, beide Arten sind jedoch Kamele.

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4 Kommentare
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Rachel
Rachel
13 Tage zuvor

Whow, welch ein wunderschönes Erlebnis.
Ich beneide euch. 🥰

Heike
Heike
12 Tage zuvor
Reply to  Rachel

Es war einfach traumhaft. Derzeit stehen wir ja wieder in der Wüste, ein Kamel ist schon vorbeigekommen, aber es war deutlich zu gross als Haustier 😉
Liebe Grüsse – Heike

Denise
Denise
13 Tage zuvor

Eine wunderschöne Begegnung! Mega spannend, was es immer wieder für Details in der Natur zu entdecken gibt, wenn man sich die Zeit nimmt und einfach eine Weile (auch Bekanntes) beobachtet 🤩 Ich wusste nicht, dass Kamele solche Schwielen an den Füssen haben. Merci fürs virtuelle Mitnehmen auf diese Reise! 🙂

Heike
Heike
12 Tage zuvor
Reply to  Denise

Danke dir, Denise. Nein, das wusste ich auch nicht. habe dann mal gegoogelt und die Info gefunden. Natürlich musste ich gleich mal nachschauen…

Liebe Grüsse – Heike

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