Tunesien – Einmal kreuz und quer durch den Norden

Tunesien - Einmal kreuz und quer durch den Norden

Gar nicht so einfach, wenn man zu zweit ist und genau zwei Meinungen über das nächste Reiseziel hat. Wie soll man da demokratisch entscheiden? Demokratie ist wohl nichts für uns, da müssen wir anders durch. Aber wie?

Ich rechne, wir haben noch 10 Tage bis zur Fährabfahrt, da könnten wir locker noch ein paar Tage Wüste machen. Gerd rechnet: wir haben noch 10 Tage minus 2 x 2 Tage Arbeit, minus Bardo-Museum in Tunis, minus Karthago, minus Sidi Bou Saïd. Plus: er will Berge. Ich hingegen werfe ein, dass wir die Fähre umbuchen könnten. Plus Visum verlängern.

Wie der Titel schon sagt: 1:0 für ihn.

Etwas traurig verlassen wir den Flughafen, wo wir uns von unserer lieben Freundin verabschieden. Und wenden uns nun dem Norden Tunesiens zu. Ein bisschen wehmütig bin ich jetzt, keine Sanddünen mehr zu sehen. Keine Kamele und keinen Wüstenzauber. Wann wird es wohl das nächste Mal sein? Nächsten Winter? In ein paar Jahren?

Damals, als wir Griechenland verliessen, war ganz klar, wir kommen bald wieder. Das ist jetzt 2 Jahre her. Auf unsere Pläne ist kein Verlass.

Also mache ich das, was ich in solchen Situationen immer mache: Ich freue mich dann auf das, was kommt, versuche der Freude mehr Raum zu geben als der Wehmut. Ein paar Kilometer wimmere ich noch vor mich hin, dann überwiegt die Freude auf die Berge und auf alles Neue.

An einem Stausee finden wir ein schönes Plätzchen. Gerd fährt bis fast ans Ufer. Als wir auf Google-Maps nachsehen, wo wir sind, stellen wir fest, dass wir mitten im See stehen. Wieder ein Zeichen für viel zu wenig Wasser.

Am Morgen – der Regen plätschert schön auf unser Dach, wir chillaxen ein wenig vor uns hin, werden wir plötzlich von Militär umzingelt. Ein freundliches «Guten Morgen! Wir machen jetzt eine Übung, nicht erschrecken, es wird laut! Und bitte keine Fotos!»

Ach menno, jetzt, als es spannend wird, wir dürfen nicht knipsen. Aber egal, es knallt, Rauchwolken steigen aus einer Ruine auf, eine Hundertschaft (sagt man das überhaupt noch zu einer Horde Soldaten?) robbt durch den wirklich klebrigen Schlamm, sie befreien (oder was auch immer) die Ruine, robben weiter, springen über irgendwas und sehen aus, als hätten sie viel Spass dabei. Zum Schluss posieren sie mit schlammverkrusteten Gesichtern für Fotos, die Handys werden reihum gereicht. Ich glaube, die Bilder werden sie noch Jahre später ihren Kindern zeigen!

Zwei Stunden später ist der Platz geräumt und wir stellen uns die wichtigste Frage: Kommen wir mit Felix jemals wieder aus dem Schlamm heraus? Diese Frage hätten wir Vollprofis uns wirklich früher stellen können, die Hundertschaft hätte uns sicher rausgeschoben.

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Merci fürs «Mitreisen»

Wir reisen in diesen Wochen durch Iran. Möglicherweise werden wir Beiträge nicht oder verspätet schreiben. Wir müssen erst einmal schauen, ob wir genügend Internet oder Empfang haben und ob es für uns passt, aus dem Land zu veröffentlichen. Und ob wir es überhaupt schaffen, all die fantastischen Eindrücke zeitig zu notieren.

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