Tunesien – Heisse Schwefel-Quelle im Ja-oder-Vielleicht-Lost-Place

Tunesien – Heisse Schwefel-Quelle im Ja-oder-Vielleicht-Lost-Place

Längerer Beitrag - schneller Überblick:

Daniela – wir haben sie «aus Versehen» in Douz kennengelernt – erzählt uns irgendwas von heissen Quellen in der Nähe von Tozeur. Ich höre nur mit halbem Ohr beim Ortsnamen hin, denke mir, ach, «heisse Quelle» werde ich wohl noch auf Google-Maps allein finden.

Pustekuchen. Das klappt hier nicht so gut, weil hier Google-Maps eher freestylig von jedem verwendet und befüllt wird. Also diesmal keine heissen Quellen. Ist es eben so.

So fahren wir in Richtung Salzsee, passieren Kebili, was die heisseste Stadt Afrikas sein soll (heute jedoch nicht, wir werfen uns ein zweites Strickjäckchen über) und fahren weiter zu einem etwas abgelegenem Stellplatz direkt am See, der sich, by the way, als Sandfläche entpuppt.

Bevor wir dort jedoch ankommen, entdecken wir etwas abseits, links von uns, ein riesiges Gebäude, welches aus dem Dach dampft. Gerd reisst in bekannter Rennfahrermanier das Lenkrad herum (also er bremst, wendet in 5 Zügen, wie «mein Rennfahrer» das eben so macht) und wir beschliessen, uns das mal genauer anzuschauen.

Zaouiet el Anes Hot Springs

Als wir aussteigen, staunen wir nicht schlecht: ein riesiges offenes Gebäude, welches mit – sagen wir mal – interessantem Rohrgewirr Wasser nach unten sprudeln lässt. Das ganze Gebäude dampft, in der unteren Etage sitzen Männer allen Alters in Badeshorts und lassen sich die warme Plörre auf den Rücken prasseln.

Warum das Ganze?

100 Meter unter der Erde gibt es eine heisse Quelle, die ihrem Namen alle Ehre macht: Sie ist 95° Celsius heiss. Das Wasser würde man wohl gern für die Palmen nutzen, jedoch ist es deutlich zu heiss. So wird es mit einer pompösen Pumpe auf das Dach dieses merkwürdigen Gebäudes gepumpt und fällt im Inneren über dieses Rohgewirr und Verteilersystem einfach nach unten. Die Luft kühlt das Wasser also ab. Manchmal ist es so einfach.

Die Männer duschen also in etwa 40 bis 50° warmen Wasser.  Unten wird das Wasser wieder in einem Becken aufgefangen, über Maya-ähnliche Bauwerke zu den einzelnen Plantagen weitergeleitet. 

Das ganze sieht so surreal aus. 

Gern würde ich hier auch mal reinspringen, aber meine Unsicherheit, wie das hier aufgefasst wird, wenn eine Frau nahezu nackt (okay, Bikini ist hier fast wie nackt) sich neben die Herren setzt, überwiegt und so klettern wir nur an den Wasserreihen entlang.

Beim Verlassen der Anlage sehen wir auch noch Lost-Place-mässig Kassenhäuschen und eine verwilderte Hotelanlage. Offensichtlich war das ganze hier mal ein Wellness-Areal. Aber derlei Tage sind wohl schon lang vorbei.

Den Abend schliessen wir dann in einem der nahen Palmenhaine bei traumhaftem Sonnenuntergang und Trilliarden Fliegen (gut, dass wir ein gutes Insekten-Netz an Felix’ Tür haben) und tollen Gesprächen mit den Lieben daheim ab.

leben pur 230101 14 48 001

leben pur 230101 14 48 002

leben pur 230101 14 49 003

leben pur 230101 14 49 004

leben pur 230101 14 50 005

leben pur 230101 14 51 006

leben pur 230101 14 52 007

leben pur 230101 14 59 009

leben pur 230101 15 00 010

leben pur 230101 15 01 011

leben pur 230101 15 01 012

leben pur 230101 15 02 013

leben pur 230101 17 03 001

leben pur 230101 17 03 002

leben pur 230101 17 03 003

leben pur 230101 17 21 001

Merci fürs «Mitreisen»

Wir reisen in diesen Wochen durch Iran. Möglicherweise werden wir Beiträge nicht oder verspätet schreiben. Wir müssen erst einmal schauen, ob wir genügend Internet oder Empfang haben und ob es für uns passt, aus dem Land zu veröffentlichen. Und ob wir es überhaupt schaffen, all die fantastischen Eindrücke zeitig zu notieren.

Du denkst, unsere Reiseerlebnisse könnten auch andere interessieren? Dann kannst du den Beitrag ruhig teilen. Per E-Mail oder wie du das auch immer möchtest.

Ausserdem kannst du, falls du es noch nicht getan hast, unseren Newsletter abonnieren. Hier bekommst du immer, wenn wir etwas Neues veröffentlichen oder einmal die Woche freitags alle unsere Erlebnisse in deine Mailbox: leben-pur.ch/newsletter

Wir freuen uns auch sehr über deine Ansichten, deine Tipps oder deine Fragen. Kommentiere doch einfach auf den Beitrag!

 

Teilen:
Abonnieren
Benachrichtigen Sie mich bei
guest

2 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
Rachel
Rachel
1 Jahr zuvor

Sehr gruslig das ganze Ding! 🧐
Vielleicht ne Dusche ganz in der früh, wenn noch alle schlafen ?

Ui…..sag bloß du hast auch eine Plüschkuh ?

Gute Weiterreise…..

Und liebe Grüße an deinen Rennfahrer! 😉

s’Racheli

Heike
Heike
1 Jahr zuvor
Reply to  Rachel

Ja, diese Plüschkuh ist eine schottische Highland-Cow, die erst mir gehörte (weil ich sie in einer schottischen Tankstelle aus dem Andenken-Regal gerettet habe und sie bei mir einziehen liess) und dann leider von Gerd annektiert wurde. Howie, the Cowie ist auch eigentlich eher ein Rabauke, springt ständig von den Kissen während der Fahrt und ist auch sonst eher ein Haudegen.

Und ja, so richtig einladend war das Wellness-Ding dann doch nicht 😉

Liebe Grüsse – Heike

de_DE