02. Juni 2021

02. Juni 2021

Grosse Reise 🏍 Tag 271
Vor vielen Jahren, damals, als ich (auch) noch jung war, war ich schon einmal in Sozopol. 4 Wochen am Stück.

Wir fuhren mit einem klapprigen orangefarbenen (für Kenner: marinogelb!) 500-Mark-Passat-Kombi (für Kenner: Variant!) von Berlin nach Sozopol. Entlang der Kriegslinie im damaligen Jugoslawien.

Ich erinnere mich noch, dass unser zweiter Fahrer die ganze Fahrt über entweder vor Liebeskummer geweint oder dann vor Müdigkeit geschlafen hat. Ich konnte noch nicht Auto fahren, mein damaliger Freund ist also die komplette Strecke (zweieinhalb Tage?) durchgefahren. Ich erinnere ausserdem, dass es Juli war und in unserem Passat und auch ausserhalb weit mehr als 35° Celsius waren.

Die in Berlin tiefgefrorenen Cola-Flaschen waren schon in Ungarn aufgetaut (und schmeckten dann tatsächlich furchtbar!) und in Jugoslawien durften wir das Auto nicht mehr verlassen. In Sofia hat dann unsere Lichtmaschine das Zeitliche gesegnet und endlich in Sozopol angekommen, haben wir erst einmal 2 Tage durchgeschlafen.

Oder vielleicht sogar mehrere Wochen? Denn so richtig kann ich mich an Tagesaktivitäten nicht erinnern. Ich erinnere mich jedoch an viel Softeis mit noch mehr eingelegten warmen Feigen, an Melone zum Frühstück, Mittag und Abend und an Strand. Viel und oft Strand.

Ausserdem erinnere ich mich, dass eines Morgens alle Touristen-Autos gestohlen waren. Ausser unsere Schmuckstück, das stand schräg auf der Strasse mit zersplitterter Seitenscheibe. Warum? Wir hatten einen der ersten Automatikgetriebe. Damit konnten die Strolche wohl nichts anfangen und haben unseren Schatz stehen gelassen.

Bevor wir nun heute von Sozopol in den Süden fahren, will ich nachschauen, ob das Ferien-Haus von früher noch steht. Und komme in die sogenannte Neustadt. Nichts sieht mehr aus wie damals. Die kleinen Häuschen und die Garagen-Cafés sind mittelgrossen Hotels gewichen. Die Promenade ist zugebaut mit fancy Strandbars. Nur der Strand, der ist geblieben. Und ist immer noch genauso schön wie vor – nunja – wohl 30 Jahren…

#Omaerzähltvonfrüher # #damalswars

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