grosse reise 🏍 tag 352 wir nehmen die georgische heerstrasse – welche vom kaukasus in russland

21. August 2021

Grosse Reise 🏍 Tag 352
Wir nehmen die Georgische Heerstrasse – welche vom Kaukasus in Russland bis nach Tiflis führt – unter die Räder. Ursprünglich verlief sie entlang eines Jahrtausende alten Karawanenewegs, der vom Norden des Großen Kaukasus in die Länder des Orients führte.

Als ich das erste Mal von dieser über 200 Kilometer langen Heerstrasse höre, schwebt mir eine pflastersteinige, haarnadelkurvige Bergstrasse vor, auf welcher uns russische Panzer entgegen kommen, Mütterchen frische Früchte und Honig verkaufen und verrostete LKW-Wracks am Strassenrand stehen.

Auch Puschkin, Dumas und andere Dichter beschrieben die Heerstasse abenteuerlich-romantisch: sie bewunderten die schroffen Berghänge, fürchteten und ersehnten die Begegnung mit den berühmten kaukasischen Räubern. Essad Bey beschreibt sie so: unermesslich ist die Schönheit der weiten Schneemassen, unbeschreiblich die Klarheit der Bergluft.

Okay, und nun wir: geteerte Landstrasse in bestem «georgischem» Zustand, ein paar wenige LKWs, welche wir überholen. Keine Räuber, keine Pflastersteine und das einzige russische, was wir bemerken sind die mehr werdenden Fahrzeuge mit russischen Kennzeichen. 

Eine Kurve fügt sich an die nächste, die Aussicht wird nach jeder Kurve berauschender. So langsam schrauben wir uns hoch. Passieren den Schinwali-Stausee an dessen steilen Wänden sich die Ananuri-Festung schmiegt.

Hier pausieren wir und gönnen uns zwei Becher Jacobs-Krönung-Instant-Kaffee oder wie ein lieber Kollege zu sagen pflegt: Rohrreiniger.

Hier haben wir auch den ersten wirklich herzlichen Kontakt mit einem Georgier. Er plaudert drauflos, als er merkt, dass ein paar russische Worte bei mir ankommen, geht es in doppeltem Tempo weiter. «Danke, dass ihr unsere Gäste seid!», «Von so weit weg, Kompliment!», «Meine Tochter lebt in Stuttgart.» Und dann noch, lachend zu Gerd, auf mich zeigend (das habe ich sehr gern übersetzt): «Hübsches Mädchen!»

Je weiter wir in den grossen Kaukasus fahren, desto mehr spüren wir: wir sind doch keine richtigen Stadtmenschen. Die Felsen, die Berge, die Höhe hier und vor allem die Ruhe entsprechen uns einmal mehr!

#georgischeHeerstrasse #VergangenheitsRomantik

https://www.instagram.com/p/CS2S0H-K2Qv/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.