Grosse Reise – Irland – Tag 726

Grosse Reise – Irland – Tag 726

An Arbeitstagen bleibt die Küche auch mal geschlossen. Wir stehen am Pier von Ballyvaughan (hoffentlich muss ich diese Namen niemals aussprechen) und erfahren, dass es hier ein ganz fantastisches Restaurant gibt.

Leider ist es in der Hochsaison ohne Reservierung nicht möglich, einen Tisch zu ergattern. Gut, dass wir einen Tisch und ein ganzes Zuhause dabei haben. Wir bestellen «to go» und während Gerd unseren Tisch nebst Zuhause vom Pier auf den Restaurantparkplatz fährt, komme ich mit einem Ortsansässigen ins Gespräch. So warten wir beide gemeinsam auf unser Essen.

Wie es uns denn so gefalle, ob wir schon vieles schöne gesehen hätten und ob mit dem Van alles klappe, fragt er. Ich strahle, spule das bekannte Loblied über Irland ab und wir sind beide zufrieden. Von unserem defekten Grauwassertank will ich nichts erzählen, habe heute keine Lust mehr auf Reparaturen am Pier. 

Um das Gespräch ein bisschen am Laufen zu halten, erwähne ich, eher nebenbei, dass einzig das Müllthema für uns ein Problem sei. Glas und Büchsen könnten wir ja entsorgen, Papier verbrennen wir in den Lagerfeuern. Aber den Rest, dafür findet sich einfach nichts. Da es keine öffentlichen Mülleimer gibt, noch nicht mal klitzekleine, ist das ein bisschen frustrierend.

Er nickt, kennt das Problem. Wir Iren nehmen den Müll immer mit heim. So liegt auch nichts rum. Die gemeinden müssen nichts entsorgen und die Möwen picken nichts heraus. Eigentlich ja clever. Nur an die Reisenden hätte man da nicht gedacht, das stimmt, sagt er. 

Als wir unser Essen bekommen, wir verabschieden uns und ich will gerade zu Felix laufen, ruft mir der Herr zu, ich soll den Müllsack fertig machen, er hole ihn gleich ab und nehme ihn mit heim. Dann hätten wir eine Sorge weniger und er hat ja daheim eine Tonne. 

Wenig später steht er tatsächlich vor unserem Van, ich überreiche ihn meinen Müll, ein kurzes «Enjoy your trip!» und er düst los und wir sind vor Dankbarkeit sprachlos. 

Nie im Leben wären wir auf die Idee gekommen, in der Schweiz jemandes Müll mitzunehmen. Und wir nehmen uns vor, das zu ändern. Allein mal die Frage «Klappt alles bei euch, gibt es irgendwas, wobei wir helfen können?» ist doch so einfach und kann soviel Glück erzeugen.

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Liebe Grüsse – Heike & Gerd

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2 Kommentare
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Rachel Hirt
Rachel Hirt
4 Monate zuvor

Whow! Das wäre auch in Dütschland niemandem eingefallen!
Im Gegenteil:
Der Müll fliegt einfach in hohem Bogen aus’m Autofenster!
Und bei uns gäbe es genügend Mülleimer und Entsorgungsmöglichkeiten. 😔
Übrigens:
Wieder ein schönes Foto von euch beiden. ❤️
Liebe Grüße aus Dachau
s’Racheli

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