Grosse Reise – Irland – Tag 730

Grosse Reise – Irland – Tag 731 ff.

Wir haben es getan: Wir haben eine Fähre gebucht, zurück nach England. Und somit haben wir einen Termin. 

Der Luxus unserer Reise besteht im Grossen und Ganzen in der Terminfreiheit. Zumindest empfinden wir das so. 

Es ist auch immer wieder spannend, zu beobachten, was Termine mit uns machen. Okay, die Arbeitstage schliessen wir mal aus. Aber sowie wir einen Rückreise-Termin haben, fokussieren wir uns deutlich mehr auf den Weg dorthin als auf den jetzigen Moment.

Okay, wieder etwas gelernt.

Wir verbringen etwas Zeit in Keel. Das ist ein recht berühmter Surf-Spot auf Achill Island. Achill Island hat es uns besonders angetan, haben wir viel davon gehört, als Heinrich Böll seine «Irland-Reise» mit uns teilte. 

Wir stehen am Strand, in den Dünen oder irgendwie so etwas dazwischen. Es begleiten uns eine wunderschön untergehende Sonne, etliche Schafe und der laute Wellenschlag in die Nacht. 

Am Morgen finde ich mal wieder Zeit für ein paar Yoga-Verrenkungen (leider taugt mein Körper nicht für mehr) und wir starten sehr, sehr gemütlich in den Tag. 

Während ich mit der Kaffeetasse auf meiner Matte sitze, mit Gerd plaudere (der im Van irgendetwas rumtüdelt) hält ein Velo-Fahrer an. «Me-Time ist so wichtig!», ruft er mir zu. Oh ja, mir ist offensichtlich anzusehen, dass ich den Moment sehr geniesse.

Als ich ihm einen Kaffee anbieten will, berichtet er, dass er seit einiger Zeit auf Kaffee-Entzug sei. Das sei vielleicht eine schwere Sache. Ich bin mir nicht sicher, ob ich auf die Diskussion eingehen will. So, mit dem Kaffee in der Hand. 

Aber wir kommen von Hölzchen auf Stöckchen und irgendwann erzählt er, dass er – wie sehr viele Iren im Übrigen – schon als Jugendlicher alkoholabhängig war. Über sehr viele Jahre wurde er den Alkohol nicht los. Erst als seine Tochter erwachsen war, bat sie ihn, sich der Sucht zu stellen. Und, seine Freude im Gesicht werde ich nie wieder vergessen, er hat es geschafft und ist nun schon über 12 Jahre nüchtern. 

Wir beglückwünschen ihn zu diesem Schritt und ja, wir haben Tränen in den Augen. Wir sind gerührt von seiner Offenheit und gleichzeitig von so viel Verletzlichkeit. Als wir ihm berichten, dass wir es mit dem Alkohol so gar nicht haben, nickt er, lächelt und sagt: «Bleibt auch dabei, denn kein Glas Wein oder Bier ist es wert, dass so viele Familien zerstört werden.»

Strahlt uns an, wünscht uns eine tolle Reise weiterhin und rollt davon.

Hui. Soviel Tiefgang am Morgen. Mein Kaffee ist mittlerweile kalt geworden. Ich versuche nochmal ein paar Verbiegungen auf der Matte und so langsam, aber wirklich ganz langsam packen wir zusammen und machen uns auf die Reise über Achill Island. 

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Danke fürs Lesen unserer Reise-Erinnerungen.
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Liebe Grüsse – Heike & Gerd

 

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Rachel Hirt
Rachel Hirt
4 Monate zuvor

Schönes Erlebnis. 🥰
Auch wenn ich trotzdem Wein mag. 😁

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