Schweiz – Sommertage und Gedanken der Ruhe

Schweiz – Sommertage und Gedanken der Ruhe

«Willst du schnell gehen, gehe allein. Willst du weit gehen, gehe zusammen.»

Wir sind weit gekommen. Auf unserer ganz eigenen Skala von Weite. Und wir sind zufrieden mit dem, was wir erreicht haben. Die letzten Tage und Wochen sind wir in der Schweiz, treffen Familie und Freunde. Lassen uns verwöhnen. Und verzaubern selbst in unseren Erzählungen über die Welt.

Wir blicken zurück auf fast vier Jahre Unterwegssein. Und stellen fest: Ja, es war richtig. Es fühlt sich gut an. Und auch jetzt, wo wir auch in der Schweiz immer noch in unserem Felix wohnen, ist es einfach gut, dass wir so mobil und flexibel sind. Wir besuchen Menschen, die uns wichtig sind, schlafen vor deren Tür. Oder fahren nach der Arbeit einfach in die Berge, um abends, mitten in der Woche, ein Fondue bei bester Aussicht zu geniessen. Einfach so.

Wir stehen an Orten, an denen wir früher nur am Wochenende waren. Schlafen bei Sonnenuntergängen am Murtensee ein und wachen mit Regentropfen auf dem Dach wieder auf. Aber der Blick auf den See bleibt. Wir sind viel näher dran als früher. Wir sind ruhiger geworden und können den Moment wirklich geniessen.

Am Anfang unserer Reise dachten wir, dass wir nach ein paar Monaten «Zwangspause» in Griechenland ruhiger werden. Dann dachten wir, der Winter in Lappland hätte uns ruhiger gemacht. Jetzt, nach fast vier Jahren, spiegeln uns unsere Lieben, dass wir wirklich ruhiger geworden sind.

Aber was ist eigentlich Ruhe?
Nina Kunz sagt dazu: «Ruhe sind die Momente, in denen ich nicht das Gefühl habe, dass mein Wert als Mensch an eine Leistung geknüpft ist. Das kann in der Stille sein oder aber auch, wenn ich mit Freund*innen durch das Freibad renne.» Das ist ein interessanter Gedanke, denn gerade, wenn wir zurück in der Schweiz sind, werden wir ständig mit Erfolgsdenken, Stress, viel Arbeit und Termindruck konfrontiert.

Wenn wir in oder vor unserem Felix sitzen, in die Natur schauen und ebendieser zuhören, empfinden wir eine wunderbare Ruhe. Wir sind voller Dankbarkeit. Und sofort drängen sich die Gedanken auf: «Was wird sein?» und «Wie geht es weiter?». Irgendwie spannend, dass man immer woanders sein will, sich woanders oder wannanders hindenkt. 

Vielleicht hilft ein Blick in ein Buch meines Lieblingsautors Byung-Chul Han. Er schreibt: «Das wahre Glück verdankt sich dem Zweck- und Nutzlosen, dem bewusst Umständlichen, dem unproduktiven, dem Umweghaften, dem Ausschweifenden, dem Überflüssigen, den schönen Formen und Gesten, die zu nichts nutzen und zu nichts dienen. Gemächliches Herumspazieren ist gegenüber dem Hingehen, Hinrennen oder Marschieren ein Luxus. Das zeremoniell der Untätigkeit bedeutet: Wir tun zwar, aber zu nichts. … eine Grundformel des Glücks.».

Okay, er schreibt weiter, dass Selbstgenügsamkeit die Glückseligkeit sei. Irgendwie schön. Und ebenso weltfremd. Wie, bitte schön, sollen wir denn leben, essen, trinken, unseren Lebensunterhalt in permanenter Untätigkeit bestreiten? Womit unser Geld verdienen, das wir, ehrlich gesagt, nur wenig, aber doch etwas brauchen? Worüber sollen wir uns unterhalten? Was soll uns erfreuen?

Und so vergehen die Tage. Montags und dienstags arbeiten wir, an den anderen Tagen bummeln wir von einem schönen Ort zum anderen (und arbeiten, ehrlicherweise auch immer mal wieder). Treffen Freunde, fahren in die Werkstatt, machen endlich unsere Steuererklärung, gehen zu Musikfesten, kleinen Konzerten oder wandern durch die Landschaft. Und denken darüber nach, was die Zukunft bringen könnte. Aber sehr weit sind wir mit dem Thema Zukunft noch nicht. Immer wieder kommt das ganz normale Leben dazwischen und beschenkt uns mit eben diesen ganz normalen, alltäglichen und schönen Momenten.

Und wie das so ist, wenn nichts los ist: Es gibt deutlich weniger zu reflektieren und demzufolge zu erzählen. Es wird hier auch ruhiger. Bis wir uns wieder aufmachen, zu schönen Reisen, tollen Orten, wunderbaren Menschen und besonderen Erlebnissen.

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Merci fürs «Mitreisen»

Hier findet ihr unsere künftigen Vorträge:

Roadtrip-Realitäten: Wie es uns gelingt, seit Jahren im Camper zu leben.

14. September 2024 in Zellerreit, Mühlthal 1, 83533 Edling, östlich von München globetrotter-treffen.de

27. September 2024 in Basel, Quartierzentrum ELCH, Infos hierzu folgen

24. – 28. Oktober 2024 Zwei Vorträge auf dem Suisse Caravan Salon

Kamele, Kulturen und Kontraste: mit dem Camper durchs geheimnisvolle Persien.

24. – 28. Oktober 2024 Zwei Vorträge auf dem Suisse Caravan Salon

Leben-pur-Vortrag-Vanlife  


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Rachel
Rachel
17 Tage zuvor

Ist doch alles wunderbar liebe Heike und lieber Gerd. 👍
Bis jetzt alles richtig gemacht.
Und auch schön, dass ihr es mit allen Menschen teilt, die das aus diversen Gründen nicht können.
So wie ich zum Beispiel. 😁
Ich freu mich mit euch und für euch, wenn ich eure Berichte lese und die Bilder anschaue. 🙏

Man darf nicht zuviel nachdenken, glaube ich.
Einfach machen, wonach einem der Sinn steht.
Wenn’s denn möglich ist. 👍😉

Herzliche Grüße aus dem Hexenhaus in den Fiat…..👋

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