12. April 2021

12. April 2021

Grosse Reise 🏍 Tag 222

«Lerne von der Geschwindigkeit der Natur: ihr Geheimnis ist Geduld.»

Ralph Waldo Emerson

Erst wenn wir in die Natur eintauchen, merken wir, wie gut es uns hier geht. Zu viert wandern wir vom Parkplatz aus erst einmal 400 Höhenmeter (Tiefenmeter?) runter um dort schon auf die ersten kleinen Seen zu stossen, die sich aus den Polylimnio-Wasserfällen speisen. Das Wasser rauscht in einem fantastischen blau-grün durch die Schlucht und lässt die Gräser, Sträucher und Bäume blühen und wachsen. Eidechsen, zahlreiche Vogelarten und eine Menge Kleingetier fühlt sich hier sichtlich wohl.

Wir klettern am Flussrand entlang, treffen (weil Sonntag!) auch andere Ausflügler, krabbeln unter Gestrüpp durch und springen gazellenartig von Stein-Inselchen zu Stein-Inselchen. (Leider gibt es von der Gazellen-Grazie keine Bilder, ja nu…) Immer höher, dem grössten Wasserfall entgegen.

Mehrfach überqueren wir in die Jahre gekommene Holzbrücken, müssen rüber und nüber. Am eigentlich schönsten Platz, dem Kadoula Lake, dem grössten der insgesamt 15 Seen in der Schlucht plaudern wir kurz mit anderen Reisenden um dann sofort den Anstieg über einen ziemlich steilen Kletterweg zu nehmen. Warum geniessen wir nicht den See? Warum treibt es uns weiter?

Wir sind, wie schon gesagt, nicht die Einzigen hier. Und nicht alle geniessen auf dieselbe Art wie wir: nämlich in Ruhe. Hier übertönt der Bass aus einer mobilen Box «mfta-mfta-mfta» das Vogelgezwitscher und Cola & Co fliessen ungeniert in die vielen Plastikbecher (von denen wir hoffen, dass sie wieder mit heimgenommen werden).

Also machen wir uns auf, kraxeln ein ums andere Stückchen an der Felsmauer entlang, Christian voraus, er hat das sichernde Seil dabei, wir tappen mit mittlerweile nassen Schuhen hinterher. Er sichert uns mit Hand und Seil, wir vertrauen ihm. Immer ein Blick zu ihm, einen weiteren, beim Innehalten, runter in die Schlucht, auf das Wasser, auf das Farbenspiel. Denn derlei Dschungel-Erlebnis findet sich in Griechenland nicht so oft.

Und so schnell und spontan wir die Wanderung starteten, so schnell endet sie ganz plötzlich auf einer Schotterstrasse. Rundweg heisst Dschungel-Rundweg. Dachten wir. Aber gut, also 1/2 Dschungel, 1/2 Schotterstrasse plus pralle Sonne und Olivenhaine.

Wieder am Parkplatz angekommen sitzen wir auf der verlassenen Kiosk-Terasse, befreien unsere nassen Schrumpel-Füsse, hängen Schuhe und Strümpfe in die Sonne und packen das die ganze Wanderung mitgetragene Picknick-Päckchen aus. Hach – wat schön!

#polilymnio #waterfall #wandergrüppli

 

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